Erste Betriebserfahrungen und Messergebnisse für solares Nahwärmesystem in Münchner Neubaugebiet
Die Bewohner der Siedlung am Olympiapark werden auch im Winter mit solarer Wärme für Heizung und Warmwasser beliefert. Dafür sorgt ein saisonaler Heißwasserspeicher mit einem Fassungsvermögen von 5,7 Millionen Litern im Zusammenspiel mit einer Wärmepumpe.
Die Stadt München wählte einen Teilabschnitt des neuen Stadtquartiers „Am Ackermannbogen“ aus, um dort ein solares Nahwärmesystem zur errichten. Die Bewohner leben entweder in einem der vier großen Wohnblocks oder in einem der acht kleineren Stadthäuser. Der Wärmedämmstandard der Gebäude entspricht den Anforderungen der aktuell gültigen EnEV 2009. Insgesamt versorgt die Nahwärmeanlage 30.400 Quadratmeter Geschossfläche mit Solarwärme und zusätzlich mit Heißwasser-Fernwärme der Stadtwerke München (SWM). Diese planten, bauten und betreiben im Auftrag der Stadt München das gesamte Wärmeversorgungssystem.
Solare Wärme liefern 2.761 Quadratmeter Apertur-Kollektorfläche. Die Gebäude haben ein Unterdach, die Kollektoren sind als äußere Dachhaut darauf montiert. Diese Trennung war aus rechtlichen Gründen erforderlich: Das Unterdach gehört zum Gebäude, die Solaranlagen sind Eigentum der Stadtwerke München. Eine Mischung aus Wasser und Glykol transportiert die Energie über das in der Straße verlegte Solarsammelnetz in die Heizzentrale. Die Flüssigkeit fließt durch ein Rohrsystem, das gegenüber Standardrohren mit einer verstärkten Dämmung ausgestattet ist, um Wärmeverluste zur reduzieren. In der Zentrale erfolgt die Übergabe an den drucklosen Speicherkreis. Mit Simulationsrechnungen, technischen Eignungsprüfungen, aber auch Optimierungen im laufenden Betrieb begleiteten Wissenschaftler vom Bayerischen Zentrum für Angewandte Energieforschung (ZAE Bayern) und dem Steinbeis-Forschungsinstitut Solites das Projekt von 2004 an. Bisher wurde ein solarer Deckungsanteil von 45% erreicht.
Quelle: Birgit Schneider, BINE Projektinfo 02/2011 - Mit Sommersonne gegen Winterkälte, BINE Informationsdienst. Der vollständige Artikel () kann auf der Homepage des BINE Informationsdienst www.bine.info heruntergeladen werden.