Thüringen

Thüringen 2018-06-14T11:47:58+00:00

Landesinitiative Thüringen

Die Folgen des Klimawandels, die international und national mittlerweile bereits spürbar werden, bedrohen unsere Umwelt. Um dem entgegenzuwirken, möchte Thüringen auf lokaler Ebene einen Beitrag zum Erreichen der internationalen Klimaschutzziele leisten. So befindet sich Thüringen als erstes ostdeutsches Bundesland auf dem Weg zu einem Klimagesetz. Der Gesetzentwurf zum Thüringer Klimagesetz sieht unter anderem die Festschreibung von Reduktionskorridoren für die Emission von Treibhausgasen bis zum Jahr 2050 vor. Bis 2030 sollen – ausgehend vom Basisjahr 1990 – die Treibhausgase um 60 bis 70%, bis zum Jahr 2040 um 70 bis 80% und bis zum Jahr 2050 um 80 bis 95% reduziert werden. Außerdem soll das Energieversorgungssystem bis zum Jahr 2040 bilanziell auf 100% erneuerbare Energien umgestellt werden. Im Rahmen der Erarbeitung einer Integrierten Energie- und Klimaschutzstrategie sowie einer darin verankerten Wärmestrategie werden konkrete Maßnahmen entwickelt um diese Ziele zu erreichen.

Damit dies gelingt, müssen die beiden Säulen der Energiewende berücksichtigt werden. Neben der Stromwende muss also auch eine Wärmewende auf den Weg gebracht werden, da insbesondere im Wärmesektor große Treibhausgaseinsparpotentiale liegen. Um diese Potentiale zu heben, verfolgt Thüringen eine Doppelstrategie. So soll nicht nur der Wärmebedarf gesenkt, sondern auch der Anteil der erneuerbaren Energien an der Wärmeversorgung sowie der Einsatz effizienter Technologien gesteigert werden.

Mit Blick auf das bestehende Energieversorgungssystem ist für eine regionale Energiewende die Ausganssituation in Thüringen dabei vorteilhaft:

  • Es existieren keine Kohle- oder Kernkraftwerke
  • Öl und Erdgas werden zu fast 100 % importiert
  • Strom wird zu 50 % importiert
  • Die Versorgungsunternehmen sind überwiegend in öffentlicher Hand
  • Es gibt einen hohen Anteil an Wärmenetzen

Laut dem Energiemonitoring für Thüringen aus dem Jahr 2013 wies Thüringen mit 23,6% bereits im Jahr 2010 einen deutlich höheren Anteil erneuerbarer Energien im Wärmebereich auf als der Bundesdurchschnitt. Mit 96,5% stellt die Biomasse dabei den größten Anteil. Wie das Energiemonitoring für Thüringen jedoch ebenfalls zeigte, sind die Potentiale der Biomasse für die Wärmeerzeugung in Thüringen bereits nahezu ausgeschöpft – jene der Solarthermie und der Geothermie zum Beispiel jedoch noch unzureichend genutzt.

So wurde im Jahr 2014 daher in Thüringen die Solarthermie-Initiative ins Leben gerufen.

Mit der Teilnahme am Vorhaben SDHp2m fokussiert das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN) nun die Verbreitung von Wärmenetzen mit erneuerbaren Energien wie der Solarthermie und intensiviert so seine Arbeit für eine regionale Wärmewende. Denn künftig kann, nach einem Gutachten des Leipziger Instituts für Energie aus dem Jahr 2016 zur Vorbereitung einer Energie- und Klimaschutzstrategie für Thüringen, eine Wärmebereitstellung aus erneuerbaren Energien von 40,7 PJ erreicht werden.

Unsere Leistungen

Förderprogramme

Mit verschiedenen Förderprogrammen wird in Thüringen der Einsatz erneuerbarer Energien und effizienter Technologien in der Wärmeversorgung unterstützt:

Im Rahmen des Thüringer Förderprogramms KlimaInvest können Städte und Gemeinden Thüringens eine Förderung für regionale Klimaschutzaktivitäten erhalten. Eine Festbetragsförderung ermöglicht zunächst den Einstieg in Aktivitäten zum Klimaschutz, zum Beispiel im Rahmen einer Erstberatung. Darauf aufbauend können etwa Klimaschutzkonzepte oder Wärmeanalysen und -konzepte gefördert werden.  Mehr Informationen erhalten sie hier.

Im Rahmen des Thüringer Förderprogramms GreenInvest können modellhafte Vorhaben zur Reduzierung von energiebedingten CO2-Emissionen unter Anwendung neuer Energie- und Energieeinspartechnologien mit Multiplikatoreneffekt gefördert werden. Auch Studien, soweit sie Voraussetzung für die Durchführung bzw. den Nachweis des Erfolges des Demonstrationsvorhabens sind, sind im Rahmen des Programms förderbar. Ziel ist eine nachhaltige und zukunftsfähige Energieerzeugung und -nutzung in Thüringen. Mehr Informationen erhalten sie hier.

Im Rahmen des Thüringer Förderprogramms SolarInvest können unter anderem Neu- bzw. Erweiterungsinvestitionen in saisonale solarthermische Energiespeichersysteme gefördert werden. Besondere Fördersätze gelten für Bürgerenergiegenossenschaften. Ziel ist die Unterstützung neuer Energieerzeugungs- und Verbrauchskonzepte und damit eine nachhaltige und zukunftsfähige Energieerzeugung und – nutzung in Thüringen. Mehr Informationen erhalten Sie hier.

 

Beratung und Unterstützung

Für Thüringer Akteure existieren verschiedene Beratungs- und Unterstützungsangebote, Tools und Handouts zum Thema solare Nah- und Fernwärme.

Seit Mai 2018 ist der Thüringer Solarrechner verfügbar. Mit Hilfe dieses kostenlosen webbasierten Tools können mit wenigen Klicks Berechnungen zu Ertrag und Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaik- oder Solarthermieanlage entweder auf einer Dach- oder auch auf einer Freifläche angestellt werden. Wie auch mit dem Thüringer Abwärmekataster lassen sich mit Hilfe des Thüringer Solarrechners unter anderem Potentiale für eine nachhaltige Wärmeversorgung ermitteln.

In Ergänzung zu den bisherigen Aktivitäten wird bei der ThEGA, die zum Beispiel für Thüringer Kommunen zum Thema Erneuerbare Energien und Energiemanagement Unterstützung anbietet, derzeit die Servicestelle Solar eingerichtet. Dieses zusätzliche Serviceangebot ist ein weiterer Schritt bei der Ausgestaltung eines integrierten Systems von Projektinitiierung, Beratung und Förderung in Thüringen. Die Servicestelle Solar richtet sich an potentielle Nutzergruppen wie private Gebäudeeigentümer, Bürgerenergiegenossenschaften, Betreiber von Gewerbegebieten und andere Unternehmen oder Kommunen. Die Servicestelle Solar deckt die Themenbereiche Photovoltaik und Solarthermie umfassend ab. Sie bietet Beratung, zeigt Potenziale und Nutzungsmöglichkeiten auf und nutzt themenübergreifend die gesamte Kompetenz der ThEGA und der Thüringer erneuerbare Energien-Netzwerke bei der Erstbewertung und Begleitung von Projekten in die Realisierungsphase.

Im Rahmen des Projekts SDHp2m konnten in Thüringen bereits vielfältige Veranstaltungen zum Thema solare Nah- und Fernwärme angeboten werden. So wurde nicht nur im Rahmen der Thüringer Erneuerbare Energien und Klimakonferenz „Thüringen Erneuer!bar“  im Jahr 2016 und 2018 über Wärmenetzen mit erneuerbaren Energien diskutiert. Auch beim ThEGA-Forum 2017 fand eine Fachsession zum Thema statt. Darüber hinaus konnten verschiedene Fachexkursionen, Netzwerktreffen und Workshops, z.B. zu den Stadtwerken Senftenberg und Chemnitz angeboten werden. Informationen zu den aktuellen Veranstaltungen finden Sie im Veranstaltungskalender.

Weitere Informationen

Zentraler Ansprechpartner zur Servicestelle Solar und bei energiewirtschaftlichen Vorhaben von Kommunen ist die Thüringer Energie- und GreenTech Agentur (ThEGA).

Darüber hinaus bietet das Thüringer Erneuerbare Energien Netzwerk (ThEEN) den Akteuren eine Plattform zur Information und Vernetzung rund um erneuerbare Energien.

Sehen Sie sich hier gern auch weitere Informationen zu anderen bereits durchgeführten Projekten und Initiativen im Kontext mit erneuerbaren Energien in Thüringen an.

Dokumente

Förderprogramme

Informationen über die SDH-relevanten Förderprogramme des Landes finden Sie unter den folgenden Links:

Beratung und Unterstützung

In der vom TMUEN herausgegebenen Broschüre “Zukunft Sonne!” werden drei Fallstudien zur Integration von Solarthermie in Wärmenetze in Thüringen vorgestellt. Zudem ist ein Fragen-Antwort-Katalog rund um Solarthermie und Fernwärme enthalten. Erarbeitet wurde der Fragen-Antworten-Katalog von und mit regionalen Akteuren und Experten.

Im Rahmen des Projekts SDHp2m wurden zudem drei deutschsprachige Plug&Play Leitfäden für die Umsetzung solarer Wärmenetze entwickelt:

Weitere Informationen

Das TMUEN hat sich mit einem Vortrag zu den regulatorischen Rahmenbedingungen für die Unterstützung von SDH als Baustein der Wärmewende in Thüringen an der 5th International Solar District Heating Conference am 11./12.04.2018 in Graz beteiligt. Die schriftliche Form des Beitrags (Englisch) finden Sie hier.

Grundlegende Informationen zum Thema erneuerbare Energien in der Wärmeversorgung Thüringens finden Sie im Gutachten des Leipziger Instituts für Energie zur Vorbereitung einer Energie- und Klimaschutzstrategie für Thüringen, im  Energiemonitoring für Thüringen, im Gebäude-Report sowie im Nicht-Wohngebäude-Report.

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