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Solarthermie ist in Fernwärmenetzen auf dem Vormarsch

2019-07-09T11:05:56+02:00 Jun 12th, 2019|

34 solarthermische Großanlagen mit einer Gesamtleistung von 44 Megawatt (MW) und einer Bruttokollektorfläche von 62.700 Quadratmetern sind derzeit in Deutschland in Fernwärmenetze eingebunden. Die Branche, die am 04.06.2019 beim 3. Forum Solare Wärmenetze in Stuttgart ihre Perspektiven erörterte, erwartet für die nächsten Jahre ein beschleunigtes Wachstum und stellt sich langfristig auf einen fünfzigfach vergrößerten Markt ein.

Allein im Jahr 2019 werden voraussichtlich weitere 19 Megawatt mit 23.200 m2 Kollektorfläche an den Start gehen. Denn Deutschlands Fernwärmeversorger haben die Sonne entdeckt. Allen voran die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim, die aktuell die größte deutsche Solarthermieanlage mit 14.800 m2 bauen. Bislang halten den deutschen Rekord die Stadtwerke Senftenberg, die allein im vergangenen Jahr mit ihrer 8.300 m2 großen Anlage 4.720 Megawattstunden für ihr Fernwärmenetz geerntet haben.

“Solarthermie ist ein ganz wesentlicher Baustein für die Dekarbonisierung der Fernwärme”, sagte Helmfried Meinel, Ministerialdirektor des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg und Gastgeber des 3. Forums Solare Wärmenetze in Stuttgart. “Wir sind froh und auch ein bisschen stolz, dass sich unser Bundesland zu einem der Hotspots für große Solarwärmeanlagen in Deutschland entwickelt hat. Wir werden diese dynamische Entwicklung als Land weiterhin unterstützen, denn für die Wärmewende ist Fernwärme mit einem zunehmenden Anteil von erneuerbaren Energien ein entscheidender Baustein.”

Für die kommenden fünf Jahre bis 2023 erwartet Dirk Mangold, Leiter des Steinbeis-Forschungsinstituts Solites, eine Verdopplung der Anlagenzahl auf 70 große Solarsysteme mit einer Verdreifachung der Leistung auf dann 140 MW. “Diese Zahl errechnet sich aus bereits laufenden Projekten und konkreten Machbarkeitsstudien, wobei wir die jeweilige Realisierungswahrscheinlichkeit als Faktor einkalkuliert haben”, erläuterte Mangold. Gemessen an den offiziellen Ausbauzielen wie sie in der Energieeffizienzstrategie Gebäude der Bundesregierung dargelegt sind, könne die derzeitige, sehr positive Marktentwicklung freilich nur als ein Anfang betrachtet werden, betonte der Wissenschaftler: “Bis zum Jahr 2050 möchte die Bundesregierung den Beitrag der Solarthermie zur Fernwärmeversorgung massiv steigern. Bei einem Anteil von 15 Prozent entspricht dies 12 Terawattstunden pro Jahr. Dafür wird eine installierte Leistung von rund 21 Gigawatt benötigt, also eine Kollektorfläche von rund 30 Millionen Quadratmetern. Wir brauchen somit einen Zubau von 1 Million Quadratmetern pro Jahr. Das bedeutet einen Faktor 50 gegenüber dem heutigen Markt!”

Dass dies technisch machbar und ökonomisch für die Wärmenetzbetreiber interessant ist, davon konnten sich die Teilnehmer des 3. Forums Solare Wärmenetze am zweiten Veranstaltungstag überzeugen. Exkursionen führten sie einerseits zu den städtischen Fernwärmenetzen in Crailsheim (7.400 m2 Solarthermie) und Ludwigsburg (14.000 m2 im Bau). Zum anderen wurden die zwei Solarenergiedörfer Radolfzell-Liggeringen und Randegg in der Bodenseeregion besichtigt, von denen es deutschlandweit bereits neun gibt. Allein im vergangenen Jahr gingen fünf solcher ländlichen Dorf-Wärmeversorgungen mit Holzfeuerung und Solarkollektorfeldern von jeweils 1.000 bis 3.400 m2 Kollektorfläche in Betrieb.

Netzgebundene solarthermische Anlagen entwickeln sich in allen Marktsegmenten positiv. Für die kommenden Jahre sind vor allem große Anlagen für städtische Fernwärme in Vorbereitung.

Ein Infoblatt mit vielen weiteren Informationen zum aktuellen Marktstatus solarer Wärmenetze finden Sie unter: https://www.solar-district-heating.eu/documents/infoblatt-solare-warmenetze-nr-2/

Solnet 4.0 – Erfolgreicher Auftakt der Roadshow zu solaren Wärmenetzen

2019-02-19T09:14:28+01:00 Feb 19th, 2019|

Fachtagung zu Nahwärmenetzen mit Sonnenunterstützung lockte Besucher von weither nach Simmern.

„Um die Wärmewende weiter zum Erfolg zu führen, brauchen wir solche regionalen Ansätze und Projekte sowie engagierte Mitstreiterinnen und Mitstreiter!“ Lob für die „Vor-Macher“ im Hunsrück und zugleich Ermunterung zum Nachahmen waren die Worte von Umwelt-Staatssekretär Dr. Thomas Griese zum Auftakt der „Fachtagung Solare Nahwärmenetze“, zu der die Energieagentur Rheinland-Pfalz gemeinsam mit den Kooperationspartnern von Solnet 4.0 in die Simmerner Kreisverwaltung eingeladen hatte.

Und gekommen waren die rund 80 Interessenten zum Teil von weither – was Landrat Dr. Marlon Bröhr sehr beeindruckte. Auch als „weitere Auszeichnung und Zeichen der Wertschätzung“ könnten der Kreis, vor allem aber die in zahlreichen Energiewende-Projekten Aktiven diese enorme Aufmerksamkeit verbuchen. Tatsächlich war im Sitzungssaal noch der letzte Stuhl besetzt; gleich zwei Kameras hielten Vorträge und Workshops in bewegten Bildern fest.

Der Tagungsort für den überregionalen Fachkongress war mit Bedacht gewählt worden. Staatssekretär Griese zeigte sich stolz darüber, dass im Land bereits „drei solare Nahwärmenetze 20 Prozent der benötigten Wärmeenergie durch solarthermische Anlagen erzeugen“. Zwei dieser vorbildlichen Netze liegen im Rhein-Hunsrück-Kreis, nämlich in Neuerkirch-Külz und in Ellern. Beide Heizzentralen konnten die Tagungsteilnehmer im Rahmen von geführten Exkursionen besichtigen.

Nach dem umfassenden theoretischen Input der Fachtagung und vielen intensiven Gesprächen mit Ausstellern im Foyer des Kreishauses rundeten die Gespräche mit Planern über die Anlagentechnik oder mit dem Neuerkircher Ortsbürgermeister Volker Wichter die vielfältigen Eindrücke des Tages ab. Paul Ngahan und Axel Bernatzki vom Regionalbüro Mittelrhein der Energieagentur begleiteten die Besucher vor Ort.

So konnten sie sich authentisch selbst davon überzeugen, was ihnen zum Auftakt der Fachtagung in einer rund 20-minütigen Filmdokumentation bereits nahe gebracht worden war: Der Rhein-Hunsrück-Kreis ist die „Heimat der Energiewende-Vormacher“. Von den hier gemachten positiven Erfahrungen mit der Energiewende und der aus ihr generierten regionalen Wertschöpfung können die Tagungsteilnehmer nun profitieren, wenn sie ihre eigenen Projekte angehen.

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Presseanfragen zur Fachtagung „Solare Nahwärmenetze“:
Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
Regionalbüro Mittelrhein
Axel Bernatzki und Paul Ngahan
Telefon 06761 / 96789-30 /-31
E-Mail mittelrhein@energieagentur.rlp.de

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Quelle Text und Bild: Energieagentur Rheinland-Pfalz

 

Solnet 4.0 startet Roadshow zu solaren Wärmenetzen

2019-01-14T14:38:41+01:00 Jan 14th, 2019|

Mit dem Fachinformationstag „Solare Wärmenetze“ am 13. Februar 2019 in Simmern, Rheinland-Pfalz, startet das Projekt „Solnet 4.0“ seine Roadshow zu solaren Wärmenetzen. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe rund um die Planung, Entwicklung und Realisierung von solarthermisch unterstützten Wärmenetzen wird es in Kooperation mit lokalen Partnern deutschlandweit mehrere Informationstage geben. In Simmern ist die Energieagentur Rheinland-Pfalz der Veranstalter. Kooperationspartner sind der Landkreis Rhein-Hunsrück, die Verbandsgemeinden Rheinböllen und Simmern sowie die Partner des Projektes „Solnet 4.0“ zur Verbreitung von solaren Wärmenetzen.

„Wir stellen ein großes Interesse an solarthermisch unterstützten Wärmenetzen fest. Allein im vergangenen Jahr sind in fünf Kommunen in Deutschland große Solarthermieanlagen im Megawatt-Bereich in Betrieb gegangen. Circa 20 Prozent des Wärmebedarfs werden hier nun klimaschonend und emissionsfrei solar erzeugt“, sagt Thomas Pauschinger, Mitglied der Geschäftsleitung beim Steinbeis Forschungsinstitut Solites in Stuttgart und Leiter des Projektes Solnet 4.0. „Mit dem Fachinformationstag geben wir Entscheidern die Möglichkeit, sich in ihrer Region praxisnah über die Technologie und Anwenderkonzepte zu informieren, Anlagen zu besichtigen und offene Fragen zu klären.“ Neben Solites arbeiten der Fernwärmeverband AGFW, das Hamburg Institut und die Herausgeber der Fachzeitschrift Energiekommune in dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Projekt „Solnet 4.0“ mit. Im Jahr 2015 gründeten sie mit den acht führenden Hersteller- und Anbieterunternehmen solarthermischer Großanlagen – Bosch Thermotechnik, Viessmann, Solid, KBB Kollektorbau, GREENoneTEC, Arcon-Sunmark, Ritter XL Solar und Savosolar – die „Initiative Solare Wärmenetze“. Aus diesem Kreis heraus kam der Anstoß für die Veranstaltungsreihe.

Praxisbezug hat erste Priorität

Bei der Konzeption der Roadshow hat der Praxisbezug erste Priorität. Der Fachinformationstag Solare Wärmenetze richtet sich an Vertreter von Kommunen, Energieagenturen, Stadtwerken, Netzbetreibern, Energiegenossenschaften und großen wärmeintensiven Betrieben.
In Simmern wird es am 13. Februar zunächst einleitende Fachvorträge geben, in denen die Technologie, Projektbeispiele und Förderprogramme vorgestellt werden. Am Nachmittag können die Teilnehmer zwischen zwei fachlich vertiefenden Foren wählen: In dem Forum „Projektenwicklung“ erfahren sie mehr über kaufmännische und rechtliche Aspekte. Themen sind unter anderem die Flächenentwicklung sowie die Vertragsgestaltung und Preisbildung. Im Forum „Technik und Betriebsführung“ werden praktische Erfahrungen aus realisierten Projekten diskutiert. Im Anschluss an die Fachbeiträge laden die Veranstalter zur einer Besichtigung der Solarenergiedörfer Neuerkirch-Külz und Ellern ein.

2. Fachinformationstag „Solare Wärmenetze“ am 22. März 2019 in Husum

Der nächste Termin für die Roadshow steht auch schon fest: Am 22. März 2019 findet der zweite Fachinformationstag im Rahmen der Messe „New Energy“ in Husum statt. Kooperationspartner sind die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB:SH) und der Verein watt 2.0 statt. Das Programm ist derzeit in Vorbereitung.

Programm und Anmeldung zum Fachinformationstag „Solare Wärmenetze“ am 13.02.19 von 9.15 bis 18.00 Uhr in Simmern: https://events-energieagentur-rlp.de/event.php?vnr=165-10c

Ankündigung weiterer Termine der Roadshow: https://www.solar-district-heating.eu/de/aktuelles/veranstaltungen/

Große Solarthermie zum Anfassen: Der Austausch mit Praktikern vor Ort zählt. (Foto: Guido Bröer)

Weitere Informationen:

Solnet 4.0 ist ein vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördertes Projekt zur Marktbereitung für solare Wärmenetze. Projektpartner sind das Steinbeis-Forschungsinstitut Solites, der Fernwärmeverband AGFW, das Hamburg Institut und die Herausgeber der Fachzeitschrift Energiekommune. Start des Vorhabens war im Sommer 2017. Es zielt darauf ab, über die Möglichkeiten solarthermisch unterstützter Fern- und Nahwärmenetze zu informieren und Markthemmnisse aus dem Weg zu räumen.

Die Initiative Solare Wärmenetze wurde 2015 ins Leben gerufen. In dem Zusammenschluss arbeiten die acht führenden Hersteller- und Anbieterunternehmen solarthermischer Großanlagen für Nah- und Fernwärme – Bosch Thermotechnik, Viessmann, Solid, KBB Kollektorbau, GREENoneTEC, Arcon-Sunmark, Ritter XL Solar und Savosolar – mit den Forschungs- und Marktpartnern Solites, AGFW, Hamburg Institut und Energiekommune zusammen, um die Entstehung solarer Wärmenetze konkurrenzübergreifend zu fördern.

www.solnet40.de

Foto:

Große Solarthermie zum Anfassen: Der Austausch mit Praktikern vor Ort zählt. (Foto: Guido Bröer)

Workshop “Solare Raumplanung – regionale Wärmestrategie”

2018-12-07T10:28:21+01:00 Nov 4th, 2018|

Am 23. Oktober 2018 fand im Rahmen des Projekts SolnetBW II ein sehr gut besuchter Workshop mit den Regionalverbänden Baden-Württembergs zum Thema „Solare Raumplanung – regionale Wärmestrategie“ statt. Ausrichter waren das Hamburg Institut gemeinsam mit dem Regionalverband Neckar-Alb, vertreten durch Herrn Dr. Seidemann, zu Gast in den Räumlichkeiten des Verbands Region Stuttgart.

Neben einem Gastvortrag von Frau Mag. Schwaberger vom Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Umwelt und Raumordnung zur “Entwicklung energieraumplanerischen Strategien”, standen zwei Praxisbeispiele aus den Reallaboren des Projekts im Mittelpunkt: das solare Wärmenetz in Liggeringen und das Solar-Heat-Grid aus Ludwigsburg-Kornwestheim.

Die Wärmewende ist im erheblichen Umfang eine planerische Aufgabe, die auf regionaler und kommunaler Ebene zu leisten ist. Die Initiierung und Umsetzung dieser notwendigen Planungsarbeit in der Region und in den Kommunen ist daher eine zentrale Aufgabe einer regionalen Wärme(netz)strategie. Land, Region und Kommunen haben die Aufgabe, die Landnutzung zur Wärmeerzeugung möglichst effizient zu steuern. Der planerische Charakter der Wärmepolitik manifestiert sich in konkreten Flächenbedarfen für eine erneuerbare Wärmeerzeugung. Die notwendigen Flächen für die Wärmeerzeugungs- und Wärmeverteilungsinfrastruktur müssen auf kommunaler und regionaler Ebene planerisch entwickelt werden.

Fokus in diesem Workshop war die Auslotung der Optionen und Entwicklungspotenziale der Raumplanung für die Bereitstellung von Flächen für die großflächige Solarthermie in Baden-Württemberg. Ziel der intensiven Diskussion mit den Vertreter/innen aus den Regionalverbänden war es konkrete Handlungsempfehlungen für das Umweltministerium herauszuarbeiten.

Ein Reader zum Workshop wird in Kürze zur Verfügung stehen.

Quelle: HIR Hamburg Institut Research gGmbH

I migliori poster sul teleriscaldamento solare

2018-06-12T15:50:05+02:00 Apr 30th, 2018|

In occasione della quinta conferenza internazionale sul teleriscaldamento solare, sono stati premiati i 3 migliori poster che hanno riportato i risultati più innovativi sul tema.

La giuria, presieduta da Riccardo Battisti di Ambiente Italia, ha premiato i lavori tenendo conto del livello di innovazione, della rilevanza per il mercato, nonché degli aspetti di presentazione grafica e di chiarezza nell’esposizione.

Maggiori dettagli sono disponibili qui.

Mit Solarthermie Wärmenetze dekarbonisieren

2018-06-08T12:20:30+02:00 Apr 24th, 2018|

Die 5. Internationale Konferenz für solare Fernwärme zeigte technische Lösungen und Trends für solar unterstützte Wärmenetze auf. Best practice-Beispiele demonstrieren das Potenzial.
So wie Dänemark als Vorreiterland für solare Wärmenetze gilt, so entwickelt sich Graz immer mehr zur Vorzeigestadt für Solarthermie in der Fernwärmeversorgung. Nicht nur ist ein Meilenstein in dem Projekt „BIG SOLAR Graz“ geschafft: Die Flächen für den Bau eines Großwärmespeichers mit Technikgebäude und eines relevanten Teils von bis zu 450.000 Quadratmetern Solarkollektoren sind nun gesichert. Graz kann, neben der schon länger in Betrieb befindlichen und mit 5,4 MWth größten Solarthermieanlage Mitteleuropas, auch weitere neue Vorzeigeprojekte vorweisen, so zum Beispiel das „HELIOS-Projekt“. Errichtet auf einer ehemaligen Hausmülldeponie, speisen hier drei Wärmequellen in einen Großspeicher ein: eine Solarthermieanlage, ein Power-to-heat-Modul und ein mit Deponiegas betriebenes BHKW. Aus diesem Grund wurde die zweitgrößte Stadt Österreichs in diesem Jahr als Austragungsort für die „5th International Solar District Heating Conference” ausgewählt. Am 11. und 12. April 2018 tagten hier rund 350 Wissenschaftler, Vertreter aus der Industrie, von Kommunen und Energieversorgern sowie andere Entscheider aus 33 Ländern. Die Verdopplung der Teilnehmerzahl im Vergleich zur Konferenz vor zwei Jahren belegt das große Interesse an dieser Technologie zur Dekarbonisierung von Wärmenetzen. Die Tagungsleiter Christian Fink vom AEE – Institut für Nachhaltige Technologien in Gleisdorf und Thomas Pauschinger vom Steinbeis Forschungsinstitut Solites in Stuttgart werten dies als sehr positives Signal für die Nutzung der Solarthermie in Fernwärmenetzen.Fast 300 Anlagen mit einer Leistung über 350 kWth, die in Wärmenetze einspeisen, gibt es derzeit in den Ländern der Europäischen Union. Die installierte Gesamtkapazität liegt bei 1.100 Megawatt. Werner Lutsch, Präsident des europäischen Fernwärmeverbandes Euroheat&Power und Geschäftsführer des deutschen Fernwärmeverbands AGFW, bezeichnete die Kombination von Fernwärme und Solarthermie auf der Konferenz als „eine gute Lösung“ zur CO2-Reduktion und zum Erreichen des EU-Ziels. Immerhin sollen laut Heating & Cooling-Strategie der EU bis zum Jahr 2050 80 % Kohlendioxid im Vergleich zu 1990 eingespart werden. Zu den Vorteilen sagte Lutsch: „Solarwärme ist CO2-frei, Sonnenenergie ist überall verfügbar, die Wärmekosten sind über die nächsten 25 Jahre kalkulierbar, und es ist eine ausgereifte und erprobte Technologie.“

Allerdings gebe es auch Hürden bei der Umsetzung solcher Projekte, räumte er ein. Die größte Barriere besteht in dem Flächenbedarf für erneuerbare Energien wie z.B. die Solarthermie. Um Kosten zu minimieren, müssen sie in der Nähe der Wärmeabnehmer installiert sein, und Landflächen in Städten oder im Umland sind meist knapp und teuer. „Außerdem ist es aktuell noch eine Nischentechnologie und das Wissen darüber ist noch zu wenig verbreitet“, sagte Lutsch weiter. Dazu kommt die Kostenkonkurrenz zu anderen Wärmeerzeugern, zum Beispiel mit günstigem Erdgas. Gleichwohl: Solarthermie-Anlagen können heute schon solare Deckungsgrade bis zu 50 % in Wärmenetzen erreichen. Die Erzeugungskosten liegen bei 30 bis 50 €/MWh. Für dieses Jahr prognostizieren Marktforscher, dass Solarthermieanlagen europaweit bereits eine Terawattstunde (= 1 Mrd. kWh) zur Fernwärmeversorgung beitragen werden.

Best practice-Beispiele

Wie Projekte erfolgreich umgesetzt werden können, konnten die Konferenzteilnehmer auf Exkursionen in Augenschein nehmen. Eine Station war die oben erwähnte HELIOS-Anlage, ein Projekt des Energieversorgers „Energie Graz“. Im ersten Bauabschnitt wurden im vergangenen Jahr 2.000 m² Flachkollektoren auf einer ehemaligen Hausmülldeponie im Grazer Stadtgebiet installiert. Dazu wurde ein Wärmespeicher mit 2.500 m³ Fassungsvermögen errichtet. Zusätzlich erzeugen ein Power-to-heat-Modul mit 90 kW Leistung und ein Deponiegas-BHKW mit 170 kWth Wärme. Die Einspeiseleistung in das Fernwärmenetz liegt bei bis zu 10 MW. Ein intelligentes Speichermanagementsystem sorgt dafür, dass Spitzenlasten in dem Wärmenetz verschoben werden und somit vorrangig Wärme aus erneuerbaren Energien genutzt wird. Seit November läuft die Anlage im Testbetrieb. Die Energie Graz plant, die Kollektorfläche auf 10.000 m² zu erweitern.

Eine andere Station war das Fernheizwerk Puchstraße, wo bereits heute 7.750 m² Solarkollektoren Wärme in das Grazer Fernwärmenetz einspeisen. Rund 5.000 m² der Solarkollektoren wurden 2007 auf Gebäuden errichtet, 2014 wurden weitere 2.750 m² auf dem Gelände des Heizwerks installiert. Aktuell erweitert der Betreiber S.O.L.I.D. GmbH die Anlage nochmals um 500 m² Solarkollektoren. In dieser Anlage sollen – wie in der ersten Freilandanlage – Kollektoren von verschiedenen Herstellern im Fernwärmebetrieb getestet werden.

Die zweite Exkursion führte in die Gemeinde Eibiswald. Seit 1997 unterstützen hier eine Solarthermieanlage mit 1.250 m² Solarkollektoren und ein Wärmespeicher mit 105 m³ Fassungsvermögen das Biomasseheizwerk. Zu dieser Zeit konnte die Solarthermieanlage 90 % des Sommerbedarfs im örtlichen Wärmenetz decken. Durch neue Kunden stieg der jährliche Wärmebedarf 2012 auf 8 GWh an. Das Netz war nun 10.000 Meter lang. Deshalb wurden weitere 1.200 m² Solarkollektoren und ein 70 m³ fassender Pufferspeicher installiert. Der solare Deckungsanteil liegt bei 12 %. Den Hauptteil des Wärmbedarfs decken zwei Hackschnitzelkessel mit 2,3 MW und 0,7 MW Leistung. Dank der Solarthermie können sie im Sommer komplett außer Betrieb gehen. „Dies ist eine in den ländlichen Regionen Österreichs häufig vorkommende Kombination zweier Erneuerbarer“, so Fink.

In der Summe speisen in der Region Graz und in der Steiermark derzeit Anlagen mit rund 35 MWth (rund 50.000 m² Kollektorfläche) Solarwärme in Fernwärmenetze ein. Die Stadt Graz will ihre Wärmeversorgung mittelfristig komplett dekarbonisieren und hat sich für Solarthermie als eine Technologie hierfür entschieden. Die Anlage „BIG SOLAR Graz“ soll in ihrer Endausbaustufe 20 % des Fernwärmebedarfs decken. Rund 4.400 Gebäude könnten damit vollständig versorgt werden.

Wachsender Markt in Deutschland

Auch in Deutschland geht es voran. Hier sind zurzeit rund 25 große Solarthermie-Anlagen mit Anbindung an ein Wärmenetz in Betrieb. Weitere Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 40 MWth sind in Planung und Vorbereitung.

Das stärkste Marktsegment sind aktuell Energiedörfer. Gleich fünf Anlagen sollen in diesem Jahr in Betrieb gehen. Sie entstehen in Randegg und Liggeringen (beide in Baden-Württemberg), Mengsberg (Hessen), Ellern (Rheinland-Pfalz) sowie Breklum (Schleswig-Holstein). Aktiv sind aber auch städtische Energieversorger, wie an der größten netzgebundenen Solarwärmeanlage Deutschlands im brandenburgischen Senftenberg und einer neuen Pilotanlage der Stadtwerke Düsseldorf zu erkennen ist. „Wir gehen davon aus, dass sich bei Großanlagen die Kollektorfläche in Deutschland in den nächsten Jahren verdoppeln wird. Den wesentlichen Teil der derzeitigen Planungen sehen wir dabei im Segment der städtischen Fernwärme.“, so Pauschinger.

Die Nase weit vorn hat allerdings immer noch Dänemark. Hier gibt es mittlerweile über 110 Anlagen mit rund 700 MW thermischer Leistung. Dass Dänemark diese Vorreiterrolle einnehmen konnte, liegt auch an den politischen und infrastrukturellen Gegebenheiten. Zum einen sind die fossilen Brennstoffe Öl und Gas hoch besteuert. Zum anderen ist die Fernwärme in Dänemark stark verbreitet.

Deutlich zeigt sich an den dänischen Beispielen, wie durch die großen Wärmespeicher die Nutzung erneuerbarer Energien und der Strom-Wärme-Sektorenkopplung auf lokaler Ebene „smart“ kombiniert werden können. Durch die Großspeicher können sowohl KWK-Anlagen als auch Power-to-Heat-Anlagen optimal betrieben werden.

Neue Generation der Fernwärmeversorgung

Die oben genannten Projektbeispiele weisen auf Trends hin. Christian Maaß, Direktor des Hamburg Instituts, sprach von der „nächsten Generation der Fernwärmeversorgung“, die nun begonnen habe. „Wärmenetze werden eine Plattform für die unterschiedlichsten Wärmequellen sein: Solarthermie, Biomasse, Industrieabwärme, Müllverbrennung, Geothermie und Wärmepumpen.“

Dass es auch für die Montage der Solarkollektoren verschiedenste Optionen gibt, zeigte Simona Weisleder vom Hamburg Institut auf. Es gäbe eine fehlende Bereitschaft, landwirtschaftliche Flächen für solarthermische Großanlagen zur Verfügung zu stellen, konstatierte sie und präsentierte Alternativen. Bei dem „Energie-Bunker“ in Hamburg-Wilhelmsburg sind die Solarkollektoren beispielsweise auf einem alten Bunker montiert. Sie können aber auch auf Parkhäusern, Gewächshäusern, auf Industrie- und Geschosswohnungsbauten, auf still gelegten Mülldeponien, bei Klärwerken und an Lärmschutzwänden montiert werden. Denkbar ist auch, sie entlang Straßen zu installieren oder aufgeständert über landwirtschaftlichen Flächen, wie es bei so genannten Agro-Photovoltaik-Anlagen schon erprobt wird. „In Workshops konnten wir ein großes Interesse an Win-Win-Lösungen feststellen“, berichtete sie. Teilnehmende Vertreter von Landesinstitutionen aus der Steiermark, Thüringen und der französischen Region Auvergne-Rhone-Alpes präsentierten diesbezüglich ihre Initiativen für verbesserte rechtliche Rahmenbedingungen und eine bessere Flächenverfügbarkeit für erneuerbare Energien.

Die Technik ist ausgereift und kann heute genutzt werden, lautete das Fazit der Konferenz. In der abschließenden Podiumsrunde forderten die Diskutanten gleichwohl ein stärkeres Engagement der Politik, um Maßnahmen zur CO2-Reduktion anzustoßen. Angesichts des niedrigen Preises für fossile Energieträger müsse es Anreize geben, um erneuerbare Energien attraktiver zu machen. Eine Möglichkeit könne sein, CO2 zu besteuern. Abschließend appellierte Maaß an die Branche, trotz nicht optimaler politischer Rahmenbedingungen selbstbewusst zu sein und Projekte umzusetzen. „Wir haben alle Argumente auf unserer Seite.“

Leitfäden für die Umsetzung von solaren Wärmenetzen veröffentlicht

2019-04-23T10:24:55+02:00 Apr 20th, 2018|

Wer sich schon immer gefragt hat, wie ein solares Wärmenetz realisiert werden kann erhält nun praktische Hilfestellungen in drei neuen deutschsprachigen Leitfäden. Die Leitfäden geben einen Überblick über den Realisierungsprozess und beschreiben Schritt für Schritt, welche Informationen, Akteure und Aktionen in den einzelnen Phasen notwendig sind.

Da sich die Randbedingungen für den Bau solarer Wärmenetze regional stark unterscheiden können, wurden drei Typen von solaren Wärmenetzen herausgegriffen:

  • Energiedörfer – Umsetzung von neuen solaren Wärmenetzen kombiniert mit Biomasse
  • Einbindung von Solarthermie in biomassebasierte Wärmenetze
  • Einbindung von Solarthermie in bestehende städtische Fernwärmesysteme

Für jeden Wärmenetz-Typ werden im entsprechenden Leitfaden die Voraussetzungen, rechtlichen, technischen und organisatorischen Rahmenbedingungen, Chancen und Hindernisse beschrieben. Zudem werden wirtschaftliche Kennwerte und gute Argumente für ein solches Projekt dargestellt und weitere Hinweise gegeben.

Die Leitfäden können hier abgerufen werden.

Solare e biomassa per teleriscaldamento: video del webinar

2018-06-12T15:49:21+02:00 Mar 27th, 2018|

Come combinare solare e biomassa nelle piccole reti di teleriscaldamento locale?

Quale ruolo può giocare il solare termico nell’ottimizzazione del funzionamento di una caldaia a biomassa in una piccola rete di teleriscaldamento?

Di quali taglie di impianto si parla solitamente? Quali sono le prestazioni operative reali?

Esperti del settore hanno cercato di rispondere a tutte queste domande in un webinar registrato a dicembre 2017.

Il video del webinar è visualizzabile qui.

Nuovi (piccoli) impianti

2018-06-12T15:53:09+02:00 Mar 12th, 2018|

Due nuovi impianti di teleriscaldamento che combinano solare termico e biomassa sono stati aggiunti alla mappa italiana.

Grazie alla collaborazione con l’associazione AIEL, due impianti di teleriscaldamento di piccola taglia, che impiegano solare termico e biomassa, sono stati aggiunti alla mappa italiana dei sistemi realizzati.

I due impianti sono localizzati in aree montane della regione del Veneto.

La mappa è consultabile su questa pagina.

 

Carbone? No, grazie!

2018-06-12T15:54:38+02:00 Feb 26th, 2018|

Solare termico al posto del carbone per il teleriscaldamento in Polonia.

Il calore prodotto da impianti solari termici di grande dimensione potrebbe, almeno in parte, sostituire la combustione del carbone che alimenta le reti di teleriscaldamento in Polonia.

Se ne è discusso in una recente conferenza, riassunta in questo articolo.

 

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