Konferenz ‘Erneuerbare Fernwärme in Großstädten’ im April 2017

2018-06-11T15:18:47+00:00 14. April 2017|
Am 3. April 2017 fand in Hamburg eine Fachkonferenz mit rund 170 Expert/innen zu Erneuerbaren Energien in großstädtischen Fernwärmesystemen statt, die das Hamburg Institut in Kooperation mit dem AGFW durchgeführt hat.

Der Bericht von Wouter Verhoeven, Warmtebedrijf Rotterdam beeindruckte die Teilnehmer/innen durch die konsequente Erweiterung des Fernwärmenetzes und der Integration von Industrieabwärme vor allem aus den großen Hafengebieten der Stadt. Überzeugend war auch, dass bei der Umsetzung der Projekte eine begleitenden Beteiligung und Information der Bevölkerung stattfand – sei es durch ein Volksfest bei der Flußunterquerung der Fernwärmeleitung oder Architekturwettbewerbe für Übergabestationen oder spezielle Lernprogrammangebote an den Schulen.Dr. Werner Prutsch, Leiter des Umweltamtes in Graz zog das Publikum mit einem sehr engagierten Vortrag über die Fernwärme als Schlüssel zur städtischen Wärmewende in Graz in seinen Bann. Die Stadt musste vor wenigen Jahren handeln, als klar wurde, dass das die Fernwärme maßgeblich versorgende Kohlekraftwerk kurzerhand nicht mehr zur Verfügung stehen würde. Sehr konsequent hat die Verwaltung seit dem mit den verschiedenen Akteuren in der Stadt und dem Land Steiermark nicht nur ein Konzept für den Umbau der Versorgung mit Erneuerbaren Energien erarbeitet, sondern auch erste Projekte umgesetzt. Eins der ambitioniertesten Projekte ist mit Sicherheit ‘Big Solar Graz’, bei dem eine Solarthermieanlage mit einem Kollektorfeld von 450.000 m² und ein Saisonalspeicher mit 1.800.000 m³ realisiert werden soll.

Elisabeth Undén, Assistant Deputy Mayor und Vorsitzende von Göteborg Energi brachte das Thema auf den Punkt mit ihrem Kernsatz: ‘Use the energy that you have’. 90% aller Haushalte in Göteborg sind an die Fernwärme angeschlossen, welche bereits fossilfrei ist. In ihrem Vortrag ging es vor allem um die noch möglichen Einsparpotenziale und Gebäude als Tagesspeicher.

Bei der abschließenden Podiumsdiskussion mit Jens Kerstan, Senator für Umwelt und Energie in Hamburg, Werner Lutsch dem Geschäftsführer AGFW und Präsident EHP, Dr. Werner Prutsch, Pieter Wasmuth von der Vattenfall Wärme Hamburg GmbH und den SDH-Partnern Per Alex Sorensen von PlanEnergi und Christian Maaß vom Hamburg Institut wurde durch Stefan Schurig vom Word Future Council moderiert. Grundtenor hier: konsequente politische Vorgaben und vor allem auch Handeln kann die Fernwärme mit der Integration der erneuerbaren Energien zu einem maßgeblichen Treiber der Wärmewende machen.

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