Vorhaben Solnet 4.0 ist gestartet

2018-06-11T15:35:39+00:00 10. Februar 2018|

Koordiniert vom Steinbeis Forschungsinstitut Solites und gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ist in der zweiten Jahreshälfte 2017 ein nationales Vorhaben zur Marktbereitung für solare Wärmenetze gestartet.

Bundesweit wollen die Projektpartner – neben Solites sind dies der Fernwärmeverband AGFW, das Hamburg Institut sowie die Herausgeber der Energiekommune – über die Möglichkeiten solarthermisch unterstützter Fern- und Nahwärmenetze informieren und dazu beitragen, Markthemmnisse aus dem Weg zu räumen.Um die Marktbereitung im Bereich der solaren Nah- und Fernwärme weiter zu befördern, adressiert das Vorhaben Solnet 4.0 Hemmnisse und Chancen bei der Umsetzung und Realisierung solarer Wärmenetze. Beispiele für zentrale noch bestehende Hemmnisse sind die Verfügbarkeit von Freiflächen und damit verbundene Rechtsfragen, Vorbehalte seitens der Unternehmen der Wärme- und Wohnungswirtschaft und fehlende Geschäftsmodelle, mangelnde Bekanntheit und öffentliche Wahrnehmung der Technologie.

Der konzeptionelle Ansatz von Solnet 4.0 sieht vor, in einer ersten Phase innovative Lösungs- und Entwicklungskonzepte zur Überwindung von bestehenden Hemmnissen zu erarbeiten. Eine hohe Qualität und Praxisrelevanz der Konzepte wird durch die Einbindung von Marktakteuren, das Know-how der teilnehmenden Anbieterunternehmen und die interdisziplinären Kompetenzen der Projektpartner erreicht.

In der zweiten Phase werden die Lösungs- und Entwicklungskonzepte in geeigneter Form für die spezifischen Zielgruppen aufbereitet und zur Verfügung gestellt. Durch Kommunikations- und Verbreitungsaktivitäten sollen eine zielgruppenspezifische Breitenwirksamkeit erzielt und generell die Wahrnehmung solarer Wärmenetze als Baustein der Energiewende in Fachkreisen und in der Öffentlichkeit erhöht werden.

Ein zielführender Ausbaupfad für solare Wärmenetze ergibt sich aus der Energieeffizienzstrategie Gebäude des BMWi: In ihrem Zielszenario ‚Erneuerbare Energien‘ geht die Strategie bis zum Jahr 2050 von einem Beitrag der Fernwärme zur Wärmebereitstellung von rund 80 TWh/a aus. Setzt man mittelfristig einen solaren Anteil der Fernwärmeerzeugung von 15 % an, so ist der Beitrag der Solarthermie in diesem Bereich 12 TWh/a. Hierfür ist eine Kollektorfläche von 30 Mio. m² und somit ein jährlicher Zubau bis 2050 von rund 1 Mio. m² erforderlich. Das Vorhaben Solnet 4.0 setzt sich zum Ziel, einen relevanten Beitrag zu einer Marktentwicklung entlang dieses Ausbaupfads zu leisten. Dies soll erreicht werden durch:

• Effizientere und erfolgreichere Abläufe bei der Entwicklung von Umsetzungsprojekten

• Etablierung solarthermischer Großanlagen als Wärmeerzeugertechnologie in der Wärme- und Wohnungswirtschaft

• Aktivierung von Multiplikatoren für die Marktbereitung

• Verbesserte Wahrnehmung von solaren Wärmenetzen als Baustein der Energiewende

Die beteiligten Projektpartner weisen Erfahrung und Expertenwissen auf dem Gebiet der solaren Wärmenetze auf. Sie kooperieren bereits langjährig in diversen internationalen, nationalen und regionalen Vorhaben. Die acht führenden Hersteller- und Anbieterunternehmen solarthermischer Großanlagen für Nah- und Fernwärme kooperieren seit Mitte 2015 konkurrenzübergreifend in der ‚Initiative Solare Wärmenetze‘ mit den Projektpartnern. Sie sind aktiv als Steuerungskreis in das Vorhaben eingebunden und leisten einen relevanten Teil der Vorhabenfinanzierung. Weiter ermöglichen der Fernwärmeverband AGFW, die Verbände der Wohnungswirtschaft GdW und VNW sowie die Baugenossenschaft WGH Halberstadt die Finanzierung des Vorhabens und einen effektiven Zugang zu den Unternehmen dieser Schlüsselbranchen.

Folgen Sie dem Projekt auf Twitter: @solnetz
Ansprechpartner: Steinbeis Forschungsinstitut Solites, Thomas Pauschinger, pauschinger@solites.de

         

Das Vorhaben Solnet 4.0 wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie im Rahmen der Förderinitiative ‚EnEff.Gebäude.2050 – Innovative Vorhaben für den nahezu klimaneutralen Gebäudebestand 2050‘ unter dem Förderkennzeichen 03EGB0002A gefördert.

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