Stadtwerke Radolfzell geben Solarkollektorfeld in Auftrag

2018-06-06T13:38:12+02:00Jun 4th, 2018|

Das Solarenergiedorf Liggeringen, Ortsteil von Radolfzell am Bodensee, macht Fortschritte. Noch in diesem Sommer sollen dort 1.100 Quadratmeter Solarkollektoren installiert werden.

Bereits seit Herbst 2017 lassen die Stadtwerke Radolfzell, die die Wärmeversorgung in Liggeringen künftig überneh­men wollen, unter dem Asphalt der Dorf­straßen Fernwärmerohre verlegen. Jetzt hat der kommunale Energieversorger auch den Auftrag zum Bau des Kollektorfeldes erteilt. Nach einer Ausschreibung, an der sich fünf interessierte Solarthermieunternehmen beteiligt hatten, ging der Zuschlag nun an den österreichischen Projektierer SOLID, der bereits seit 1992 solarthermische Großanlagen plant, finanziert, installiert und betreibt. Das Konzept des Unternehmens, das selbst keine Kollektoren herstellt, fußt auf großflächigen Hochleistungsflachkollektoren mit zusammen 1.100 Quadratmetern Brut­tokol­lektor­fläche. Angesichts der moderaten Tempera­turen im dörflichen Wärmenetz von Liggeringen hätten sich die Flachkollektoren in diesem Fall als wirtschaftlichste Lösung erwiesen, heißt es von Seiten der Stadtwerke.

Die Kollektoren sollen pro Jahr etwa 470.000 Kilowattstunden Wärme liefern, was rund 20 Prozent des jährlichen Bedarfs entspricht. Während der Sommermonate sollen die neuen Holzkessel ganz abgeschaltet und der Wärmebedarf des Dorfes allein mit Solarthermie gedeckt werden.

90 von 260 Gebäuden in Liggeringen sollen bereits in diesem Jahr an das Netz angeschlossen und mit erneuerbarer Wärme versorgt werden. Das Solarkollektorfeld sei so ausgelegt, dass es erweitert werden könne, wenn weitere Nutzer hinzukommen und die Wärmenachfrage steige, betont Detlev Seidler, Deutschlandvertreter von SOLID. Er  ist guter Dinge, die Solaranlage bereits in den kommenden Sommermonaten fertigstellen zu können.

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Stadtwerke Radolfzell, www.stadtwerke-radolfzell.de

SOLID GmbH, www.solid.at

 

Guido Bröer

Mit Solarthermie Wärmenetze dekarbonisieren

2020-04-03T16:10:54+02:00Apr 24th, 2018|

Die 5. Internationale Konferenz für solare Fernwärme zeigte technische Lösungen und Trends für solar unterstützte Wärmenetze auf. Best practice-Beispiele demonstrieren das Potenzial.
So wie Dänemark als Vorreiterland für solare Wärmenetze gilt, so entwickelt sich Graz immer mehr zur Vorzeigestadt für Solarthermie in der Fernwärmeversorgung. Nicht nur ist ein Meilenstein in dem Projekt „BIG SOLAR Graz“ geschafft: Die Flächen für den Bau eines Großwärmespeichers mit Technikgebäude und eines relevanten Teils von bis zu 450.000 Quadratmetern Solarkollektoren sind nun gesichert. Graz kann, neben der schon länger in Betrieb befindlichen und mit 5,4 MWth größten Solarthermieanlage Mitteleuropas, auch weitere neue Vorzeigeprojekte vorweisen, so zum Beispiel das „HELIOS-Projekt“. Errichtet auf einer ehemaligen Hausmülldeponie, speisen hier drei Wärmequellen in einen Großspeicher ein: eine Solarthermieanlage, ein Power-to-heat-Modul und ein mit Deponiegas betriebenes BHKW. Aus diesem Grund wurde die zweitgrößte Stadt Österreichs in diesem Jahr als Austragungsort für die „5th International Solar District Heating Conference” ausgewählt. Am 11. und 12. April 2018 tagten hier rund 350 Wissenschaftler, Vertreter aus der Industrie, von Kommunen und Energieversorgern sowie andere Entscheider aus 33 Ländern. Die Verdopplung der Teilnehmerzahl im Vergleich zur Konferenz vor zwei Jahren belegt das große Interesse an dieser Technologie zur Dekarbonisierung von Wärmenetzen. Die Tagungsleiter Christian Fink vom AEE – Institut für Nachhaltige Technologien in Gleisdorf und Thomas Pauschinger vom Steinbeis Forschungsinstitut Solites in Stuttgart werten dies als sehr positives Signal für die Nutzung der Solarthermie in Fernwärmenetzen.Fast 300 Anlagen mit einer Leistung über 350 kWth, die in Wärmenetze einspeisen, gibt es derzeit in den Ländern der Europäischen Union. Die installierte Gesamtkapazität liegt bei 1.100 Megawatt. Werner Lutsch, Präsident des europäischen Fernwärmeverbandes Euroheat&Power und Geschäftsführer des deutschen Fernwärmeverbands AGFW, bezeichnete die Kombination von Fernwärme und Solarthermie auf der Konferenz als „eine gute Lösung“ zur CO2-Reduktion und zum Erreichen des EU-Ziels. Immerhin sollen laut Heating & Cooling-Strategie der EU bis zum Jahr 2050 80 % Kohlendioxid im Vergleich zu 1990 eingespart werden. Zu den Vorteilen sagte Lutsch: „Solarwärme ist CO2-frei, Sonnenenergie ist überall verfügbar, die Wärmekosten sind über die nächsten 25 Jahre kalkulierbar, und es ist eine ausgereifte und erprobte Technologie.“

Allerdings gebe es auch Hürden bei der Umsetzung solcher Projekte, räumte er ein. Die größte Barriere besteht in dem Flächenbedarf für erneuerbare Energien wie z.B. die Solarthermie. Um Kosten zu minimieren, müssen sie in der Nähe der Wärmeabnehmer installiert sein, und Landflächen in Städten oder im Umland sind meist knapp und teuer. „Außerdem ist es aktuell noch eine Nischentechnologie und das Wissen darüber ist noch zu wenig verbreitet“, sagte Lutsch weiter. Dazu kommt die Kostenkonkurrenz zu anderen Wärmeerzeugern, zum Beispiel mit günstigem Erdgas. Gleichwohl: Solarthermie-Anlagen können heute schon solare Deckungsgrade bis zu 50 % in Wärmenetzen erreichen. Die Erzeugungskosten liegen bei 30 bis 50 €/MWh. Für dieses Jahr prognostizieren Marktforscher, dass Solarthermieanlagen europaweit bereits eine Terawattstunde (= 1 Mrd. kWh) zur Fernwärmeversorgung beitragen werden.

Best practice-Beispiele

Wie Projekte erfolgreich umgesetzt werden können, konnten die Konferenzteilnehmer auf Exkursionen in Augenschein nehmen. Eine Station war die oben erwähnte HELIOS-Anlage, ein Projekt des Energieversorgers „Energie Graz“. Im ersten Bauabschnitt wurden im vergangenen Jahr 2.000 m² Flachkollektoren auf einer ehemaligen Hausmülldeponie im Grazer Stadtgebiet installiert. Dazu wurde ein Wärmespeicher mit 2.500 m³ Fassungsvermögen errichtet. Zusätzlich erzeugen ein Power-to-heat-Modul mit 90 kW Leistung und ein Deponiegas-BHKW mit 170 kWth Wärme. Die Einspeiseleistung in das Fernwärmenetz liegt bei bis zu 10 MW. Ein intelligentes Speichermanagementsystem sorgt dafür, dass Spitzenlasten in dem Wärmenetz verschoben werden und somit vorrangig Wärme aus erneuerbaren Energien genutzt wird. Seit November läuft die Anlage im Testbetrieb. Die Energie Graz plant, die Kollektorfläche auf 10.000 m² zu erweitern.

Eine andere Station war das Fernheizwerk Puchstraße, wo bereits heute 7.750 m² Solarkollektoren Wärme in das Grazer Fernwärmenetz einspeisen. Rund 5.000 m² der Solarkollektoren wurden 2007 auf Gebäuden errichtet, 2014 wurden weitere 2.750 m² auf dem Gelände des Heizwerks installiert. Aktuell erweitert der Betreiber S.O.L.I.D. GmbH die Anlage nochmals um 500 m² Solarkollektoren. In dieser Anlage sollen – wie in der ersten Freilandanlage – Kollektoren von verschiedenen Herstellern im Fernwärmebetrieb getestet werden.

Die zweite Exkursion führte in die Gemeinde Eibiswald. Seit 1997 unterstützen hier eine Solarthermieanlage mit 1.250 m² Solarkollektoren und ein Wärmespeicher mit 105 m³ Fassungsvermögen das Biomasseheizwerk. Zu dieser Zeit konnte die Solarthermieanlage 90 % des Sommerbedarfs im örtlichen Wärmenetz decken. Durch neue Kunden stieg der jährliche Wärmebedarf 2012 auf 8 GWh an. Das Netz war nun 10.000 Meter lang. Deshalb wurden weitere 1.200 m² Solarkollektoren und ein 70 m³ fassender Pufferspeicher installiert. Der solare Deckungsanteil liegt bei 12 %. Den Hauptteil des Wärmbedarfs decken zwei Hackschnitzelkessel mit 2,3 MW und 0,7 MW Leistung. Dank der Solarthermie können sie im Sommer komplett außer Betrieb gehen. „Dies ist eine in den ländlichen Regionen Österreichs häufig vorkommende Kombination zweier Erneuerbarer“, so Fink.

In der Summe speisen in der Region Graz und in der Steiermark derzeit Anlagen mit rund 35 MWth (rund 50.000 m² Kollektorfläche) Solarwärme in Fernwärmenetze ein. Die Stadt Graz will ihre Wärmeversorgung mittelfristig komplett dekarbonisieren und hat sich für Solarthermie als eine Technologie hierfür entschieden. Die Anlage „BIG SOLAR Graz“ soll in ihrer Endausbaustufe 20 % des Fernwärmebedarfs decken. Rund 4.400 Gebäude könnten damit vollständig versorgt werden.

Wachsender Markt in Deutschland

Auch in Deutschland geht es voran. Hier sind zurzeit rund 25 große Solarthermie-Anlagen mit Anbindung an ein Wärmenetz in Betrieb. Weitere Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 40 MWth sind in Planung und Vorbereitung.

Das stärkste Marktsegment sind aktuell Energiedörfer. Gleich fünf Anlagen sollen in diesem Jahr in Betrieb gehen. Sie entstehen in Randegg und Liggeringen (beide in Baden-Württemberg), Mengsberg (Hessen), Ellern (Rheinland-Pfalz) sowie Breklum (Schleswig-Holstein). Aktiv sind aber auch städtische Energieversorger, wie an der größten netzgebundenen Solarwärmeanlage Deutschlands im brandenburgischen Senftenberg und einer neuen Pilotanlage der Stadtwerke Düsseldorf zu erkennen ist. „Wir gehen davon aus, dass sich bei Großanlagen die Kollektorfläche in Deutschland in den nächsten Jahren verdoppeln wird. Den wesentlichen Teil der derzeitigen Planungen sehen wir dabei im Segment der städtischen Fernwärme.“, so Pauschinger.

Die Nase weit vorn hat allerdings immer noch Dänemark. Hier gibt es mittlerweile über 110 Anlagen mit rund 700 MW thermischer Leistung. Dass Dänemark diese Vorreiterrolle einnehmen konnte, liegt auch an den politischen und infrastrukturellen Gegebenheiten. Zum einen sind die fossilen Brennstoffe Öl und Gas hoch besteuert. Zum anderen ist die Fernwärme in Dänemark stark verbreitet.

Deutlich zeigt sich an den dänischen Beispielen, wie durch die großen Wärmespeicher die Nutzung erneuerbarer Energien und der Strom-Wärme-Sektorenkopplung auf lokaler Ebene „smart“ kombiniert werden können. Durch die Großspeicher können sowohl KWK-Anlagen als auch Power-to-Heat-Anlagen optimal betrieben werden.

Neue Generation der Fernwärmeversorgung

Die oben genannten Projektbeispiele weisen auf Trends hin. Christian Maaß, Direktor des Hamburg Instituts, sprach von der „nächsten Generation der Fernwärmeversorgung“, die nun begonnen habe. „Wärmenetze werden eine Plattform für die unterschiedlichsten Wärmequellen sein: Solarthermie, Biomasse, Industrieabwärme, Müllverbrennung, Geothermie und Wärmepumpen.“

Dass es auch für die Montage der Solarkollektoren verschiedenste Optionen gibt, zeigte Simona Weisleder vom Hamburg Institut auf. Es gäbe eine fehlende Bereitschaft, landwirtschaftliche Flächen für solarthermische Großanlagen zur Verfügung zu stellen, konstatierte sie und präsentierte Alternativen. Bei dem „Energie-Bunker“ in Hamburg-Wilhelmsburg sind die Solarkollektoren beispielsweise auf einem alten Bunker montiert. Sie können aber auch auf Parkhäusern, Gewächshäusern, auf Industrie- und Geschosswohnungsbauten, auf still gelegten Mülldeponien, bei Klärwerken und an Lärmschutzwänden montiert werden. Denkbar ist auch, sie entlang Straßen zu installieren oder aufgeständert über landwirtschaftlichen Flächen, wie es bei so genannten Agro-Photovoltaik-Anlagen schon erprobt wird. „In Workshops konnten wir ein großes Interesse an Win-Win-Lösungen feststellen“, berichtete sie. Teilnehmende Vertreter von Landesinstitutionen aus der Steiermark, Thüringen und der französischen Region Auvergne-Rhone-Alpes präsentierten diesbezüglich ihre Initiativen für verbesserte rechtliche Rahmenbedingungen und eine bessere Flächenverfügbarkeit für erneuerbare Energien.

Die Technik ist ausgereift und kann heute genutzt werden, lautete das Fazit der Konferenz. In der abschließenden Podiumsrunde forderten die Diskutanten gleichwohl ein stärkeres Engagement der Politik, um Maßnahmen zur CO2-Reduktion anzustoßen. Angesichts des niedrigen Preises für fossile Energieträger müsse es Anreize geben, um erneuerbare Energien attraktiver zu machen. Eine Möglichkeit könne sein, CO2 zu besteuern. Abschließend appellierte Maaß an die Branche, trotz nicht optimaler politischer Rahmenbedingungen selbstbewusst zu sein und Projekte umzusetzen. „Wir haben alle Argumente auf unserer Seite.“

Leitfäden für die Umsetzung von solaren Wärmenetzen veröffentlicht

2019-04-23T10:24:55+02:00Apr 20th, 2018|

Wer sich schon immer gefragt hat, wie ein solares Wärmenetz realisiert werden kann erhält nun praktische Hilfestellungen in drei neuen deutschsprachigen Leitfäden. Die Leitfäden geben einen Überblick über den Realisierungsprozess und beschreiben Schritt für Schritt, welche Informationen, Akteure und Aktionen in den einzelnen Phasen notwendig sind.

Da sich die Randbedingungen für den Bau solarer Wärmenetze regional stark unterscheiden können, wurden drei Typen von solaren Wärmenetzen herausgegriffen:

  • Energiedörfer – Umsetzung von neuen solaren Wärmenetzen kombiniert mit Biomasse
  • Einbindung von Solarthermie in biomassebasierte Wärmenetze
  • Einbindung von Solarthermie in bestehende städtische Fernwärmesysteme

Für jeden Wärmenetz-Typ werden im entsprechenden Leitfaden die Voraussetzungen, rechtlichen, technischen und organisatorischen Rahmenbedingungen, Chancen und Hindernisse beschrieben. Zudem werden wirtschaftliche Kennwerte und gute Argumente für ein solches Projekt dargestellt und weitere Hinweise gegeben.

Die Leitfäden können hier abgerufen werden.

Solare Fernwärme auf der EnEff-Messe 2018

2018-06-11T13:42:31+02:00Feb 14th, 2018|

Im zweijährigen Rhythmus bietet die Internationale Fachmesse und Kongress für Wärme, Kälte und KWK eine unverzichtbare Plattform zum Austausch über die Themenschwerpunkte Fernwärme, -kälte und Kraft-Wärme-Kopplung. Die 23. Auflage der EnEff findet von 17. bis 19. April 2018 auf dem Messegelände Frankfurt, Halle 4.2 statt.

Dort bieten zahlreiche Aussteller den Besuchern einen Überblick über das Liefer- und Leistungsspektrum in den Bereichen Wärme-, Kälte- und KWK sowie dezentrale Energietechnik für die industrielle und öffentliche Wärmeversorgung. Parallel zur Fachausstellung finden der internationale Kongress ‚Fernwärme und KWK – Fit für die Zukunft‘ und der 2. Städtekongress ,Wärmeversorgung der Zukunft – Herausforderungen und Lösungsansätze‘ statt.

Für Interessenten an der solarthermischen Wärmeerzeugung bietet die Messe zahlreiche Informationsmöglichkeiten, durch den direkten Kontakt zu den ausstellenden Kollektorherstellern und Systemanbietern Arcon-Sunmark, Ritter XL-Solar, GREENoneTec und Savosolar. Außerdem bietet der Vortrag ‚Erneuerbare Energien in städtischen Fernwärmenetzen – Umgesetzte innovative Projekte‘ und das ‚Fachforum 1 – Integration erneuerbare Energien, Versorgungssicherheit & Digitalisierung‘ weitere Impulse zum Themengebiet der erneuerbaren Energien in der Fernwärme.

Auf der Bühne (Stand E 21) findet das Forum ‚Industrie-Innovationen‘ statt, wo täglich spannende Vorträge der Aussteller und zu ausgewählten Forschungsvorhaben präsentiert werden. Ein detailliertes Programm wird vorab auf der Messe-Infoseite veröffentlicht.

Egal ob Sie Wärmeversorger, Vertreter einer Stadt oder Kommune, Wohnungsunternehmen, Hersteller, Dienstleister oder politischer Entscheider sind, im Rahmen der verschiedenen SDH-Projekte sind Möglichkeiten und Hindernisse solarthermischer Fernwärme bereits aus allen Perspektiven beleuchtet worden. Für einen Einstieg in die Thematik, ebenso wie für detaillierte Fragen, bietet sich ein Besuch der Stände des AGFW und des Steinbeis Forschungsinstituts Solites an, die auf langjährige Erfahrungen in diesem Bereich zurückblicken.

Darüber hinaus werden sich zahlreiche Forschungspartner aktueller und abgeschlossener solarthermischer Forschungsprojekte unter den erwarteten 2.500 Teilnehmern aus aller Welt befinden. Diesen und Teilnehmern von Versorgungsunternehmen, Betreibern, Unternehmen und Forschungszentren, bieten Messe und Kongress ein umfangreiches Programm durch Vorträge, interessantes Rahmenprogramm und Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch. Zum Eröffnungsabend im Kap Europa am 17. April werden 700 Gäste und hochrangige Vertreter aus Politik und Wirtschaft erwartet.

Vorhaben Solnet 4.0 ist gestartet

2020-04-03T16:03:19+02:00Feb 10th, 2018|

Koordiniert vom Steinbeis Forschungsinstitut Solites und gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ist in der zweiten Jahreshälfte 2017 ein nationales Vorhaben zur Marktbereitung für solare Wärmenetze gestartet.

Bundesweit wollen die Projektpartner – neben Solites sind dies der Fernwärmeverband AGFW, das Hamburg Institut sowie die Herausgeber der Energiekommune – über die Möglichkeiten solarthermisch unterstützter Fern- und Nahwärmenetze informieren und dazu beitragen, Markthemmnisse aus dem Weg zu räumen.Um die Marktbereitung im Bereich der solaren Nah- und Fernwärme weiter zu befördern, adressiert das Vorhaben Solnet 4.0 Hemmnisse und Chancen bei der Umsetzung und Realisierung solarer Wärmenetze. Beispiele für zentrale noch bestehende Hemmnisse sind die Verfügbarkeit von Freiflächen und damit verbundene Rechtsfragen, Vorbehalte seitens der Unternehmen der Wärme- und Wohnungswirtschaft und fehlende Geschäftsmodelle, mangelnde Bekanntheit und öffentliche Wahrnehmung der Technologie.

Der konzeptionelle Ansatz von Solnet 4.0 sieht vor, in einer ersten Phase innovative Lösungs- und Entwicklungskonzepte zur Überwindung von bestehenden Hemmnissen zu erarbeiten. Eine hohe Qualität und Praxisrelevanz der Konzepte wird durch die Einbindung von Marktakteuren, das Know-how der teilnehmenden Anbieterunternehmen und die interdisziplinären Kompetenzen der Projektpartner erreicht.

In der zweiten Phase werden die Lösungs- und Entwicklungskonzepte in geeigneter Form für die spezifischen Zielgruppen aufbereitet und zur Verfügung gestellt. Durch Kommunikations- und Verbreitungsaktivitäten sollen eine zielgruppenspezifische Breitenwirksamkeit erzielt und generell die Wahrnehmung solarer Wärmenetze als Baustein der Energiewende in Fachkreisen und in der Öffentlichkeit erhöht werden.

Ein zielführender Ausbaupfad für solare Wärmenetze ergibt sich aus der Energieeffizienzstrategie Gebäude des BMWi: In ihrem Zielszenario ‚Erneuerbare Energien‘ geht die Strategie bis zum Jahr 2050 von einem Beitrag der Fernwärme zur Wärmebereitstellung von rund 80 TWh/a aus. Setzt man mittelfristig einen solaren Anteil der Fernwärmeerzeugung von 15 % an, so ist der Beitrag der Solarthermie in diesem Bereich 12 TWh/a. Hierfür ist eine Kollektorfläche von 30 Mio. m² und somit ein jährlicher Zubau bis 2050 von rund 1 Mio. m² erforderlich. Das Vorhaben Solnet 4.0 setzt sich zum Ziel, einen relevanten Beitrag zu einer Marktentwicklung entlang dieses Ausbaupfads zu leisten. Dies soll erreicht werden durch:

• Effizientere und erfolgreichere Abläufe bei der Entwicklung von Umsetzungsprojekten

• Etablierung solarthermischer Großanlagen als Wärmeerzeugertechnologie in der Wärme- und Wohnungswirtschaft

• Aktivierung von Multiplikatoren für die Marktbereitung

• Verbesserte Wahrnehmung von solaren Wärmenetzen als Baustein der Energiewende

Die beteiligten Projektpartner weisen Erfahrung und Expertenwissen auf dem Gebiet der solaren Wärmenetze auf. Sie kooperieren bereits langjährig in diversen internationalen, nationalen und regionalen Vorhaben. Die acht führenden Hersteller- und Anbieterunternehmen solarthermischer Großanlagen für Nah- und Fernwärme kooperieren seit Mitte 2015 konkurrenzübergreifend in der ‚Initiative Solare Wärmenetze‘ mit den Projektpartnern. Sie sind aktiv als Steuerungskreis in das Vorhaben eingebunden und leisten einen relevanten Teil der Vorhabenfinanzierung. Weiter ermöglichen der Fernwärmeverband AGFW, die Verbände der Wohnungswirtschaft GdW und VNW sowie die Baugenossenschaft WGH Halberstadt die Finanzierung des Vorhabens und einen effektiven Zugang zu den Unternehmen dieser Schlüsselbranchen.

Folgen Sie dem Projekt auf Twitter: @solnetz
Ansprechpartner: Steinbeis Forschungsinstitut Solites, Thomas Pauschinger, pauschinger@solites.de

         

Das Vorhaben Solnet 4.0 wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie im Rahmen der Förderinitiative ‚EnEff.Gebäude.2050 – Innovative Vorhaben für den nahezu klimaneutralen Gebäudebestand 2050‘ unter dem Förderkennzeichen 03EGB0002A gefördert.

BAFA fördert bislang fünf ‚Wärmenetze 4.0‘

2018-06-11T13:48:49+02:00Feb 9th, 2018|

Zwölf Förderanträge sind beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) seit dem Programmstart im Juli 2017 für jeweils eine Machbarkeitsstudie für ein ‚Wärmenetz 4.0‘ eingegangen. Fünf Anträge hat das Programm bislang bewilligt und dabei eine Fördersumme von insgesamt 728.000 Euro zugesagt.

Diese Zahlen nannte jetzt die zuständige BAFA-Referatsleiterin Natascha Wessel den Solarthemen. Obwohl das Bundeswirtschaftsministerium als Geldgeber in die Förderrichtlinie nur die Zahl von 12 Machbarkeitsstudien und darunter mindestens 6 realisierten Wärmenetzen der neuen Generation nennt, seien BAFA und BMWi weiterhin an neuen Förderanträgen interessiert, bekräftig Wessel. Es sei politischer Wille, mit dieser Förderung in die Breite zu gehen und eine möglichst große Zahl von Netzen zu fördern. Im BAFA sei für dieses Programm im vorigen Monat eigens ein neues Team gebildet worden.Unter einem ‚Wärmenetz 4.0‘ versteht die Förderrichtlinie ein multivalentes Wärmenetz mit Vorlauftemperaturen zwischen 20 und 95 Grad Celsius, das zu mindestens 50 Prozent durch erneuerbare Energie oder Abwärme beheizt wird. Vom erneuerbaren Anteil darf wiederum nur die Hälfte aus Biomasse stammen. Innovationen wie saisonale Großwärmespeicher und Sektorenkopp-lung über Großwärmepumpen oder Elektrokessel sollen laut Förderrichtlinie zum Standard gehören. Die Wärmepreise in den förderfähigen Netzen sind nach oben beschränkt. Es soll scharf kalkuliert werden.

Guido Bröer
Solarthemen, Januar 2018

Fördermöglichkeiten für Wärmenetze mit erneuerbaren Energien in Thüringen

2018-06-11T13:47:36+02:00Feb 8th, 2018|

In Thüringen können Vorhaben zu Wärmenetzen mit erneuerbaren Energien im Rahmen verschiedener Förderinstrumente unterstützt werden. Die Förderprogramme ‚Green Invest‘, ‚Solar Invest‘ und ‚Klima Invest‘ richten sich mit verschiedenen Fördergegenständen auch an unterschiedliche Akteure.

Im Rahmen des Thüringer Förderprogramms ‚Green Invest‘ können modellhafte Vorhaben zur Reduzierung von energiebedingten CO2-Emissionen unter Anwendung neuer Energie- und Energieeinspartechnologien mit Multiplikatoreneffekt gefördert werden. Auch Studien, soweit sie Voraussetzung für die Durchführung bzw. den Nachweis des Erfolges des Demonstrationsvorhabens sind, sind im Rahmen des Programms förderbar. Zuwendungsempfänger sind Unternehmen.

Neu- bzw. Erweiterungsinvestitionen in saisonale solarthermische Energiespeichersysteme können im Rahmen des Thüringer Förderprogramms ‚Solar Invest‘ gefördert werden. Zuwendungsempfänger sind Kommunen und deren Eigenbetriebe, Zweckverbände, kommunale Unternehmen, kleine und mittlere Unternehmen, Wohnungsgenossenschaften, Energiegenossenschaften, Vereine, gemeinnützige Gesellschaften, Stiftungen und natürliche Personen. Für Bürgerenergiegenossenschaften gelten besondere Fördersätze.

Im Rahmen des Thüringer Förderprogramms ‚Klima Invest‘ können unter anderem Klimaschutzkonzepte zu erneuerbaren Energien und zur Wärmenutzung gefördert werden. Gemeinden, Gemeindeverbände, Landkreise und Zweckverbände des Freistaats Thüringen können Zuschüsse beantragen.

Ziel der genannten Maßnahmen ist nicht nur eine Reduktion von Treibhausgasemissionen und eine Einsparungen von Energie, sondern auch eine nachhaltige und zukunftsfähige Energieerzeugung und -nutzung in Thüringen.

HELIOS – ein 2 000 m² solarthermisches Kraftwerk für Fernwärme in Graz

2018-06-11T13:54:54+02:00Feb 7th, 2018|

Graz ist fortwährend bestrebt, den Anteil an erneuerbaren Energien im städtischen Fernwärmenetz zu erhöhen. So wurde im September 2017 das Projekt ‚Helios‘ mit einer 2.000 m² großen Solaranlage in Graz in Betrieb genommen. Die Wärmeenergie wird in das Fernwärmenetz von Graz eingespeist.

Derzeit verfügt HELIOS über ein 2.000 m² großes Solarfeld, welches nach der Fertigstellung insgesamt 10.000 m² umfassen soll. Die voraussichtliche Leistung beträgt 2,5 GWh pro Jahr. Die Anlage befindet sich auf einer stillgelegten Restmülldeponie. Um auf eventuelle Untergrundbewegungen vorbereitet zu sein, werden alle Rohrleitungen oberirdisch verlegt. Ein oberirdischer, druckloser Speicher mit 2.500 m³ ermöglicht das Puffern von thermischen Leistungsspitzen. Ein Deponiegas-BHKW mit einer Leistung von etwa 120 kW (elektrisch) und 170 kW (thermisch) ist ebenfalls Teil des Projekts. Die erzeugte elektrische Energie wird zur Eigenversorgung und zum Betrieb einer Power-to-Heat-Anlage verwendet. Betrieben wird die Anlage von der Energie Graz. HELIOS erhielt ca. 1,17 Mio. € Förderung von der Region Steiermark und ca. 0,45 Mio. € aus dem österreichischen Klima- und Energiefonds (KLIEN). 

Neue größte solarthermische Anlage in der Obersteiermark, Österreich

2018-06-11T13:53:31+02:00Feb 5th, 2018|

SOLID und die Stadtwerke Mürzzuschlag entwickelten im Jahr 2017 ein Konzept für eine großtechnische solarthermische Anlage. Die neue großtechnische Solarthermieanlage am nördlichen Stadtrand von Mürzzuschlag wird in den nächsten 12 Monaten errichtet und deckt rund 10 % des jährlichen Wärmebedarfs des örtlichen Wärmenetzes.

 

Der Bedarf an Fernwärme hat in Mürzzuschlag in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Das bereits bestehende Biomasse-Heizkraftwerk (Deckung von 50 % des aktuellen Wärmebedarfs) soll durch die Solarthermieanlage ergänzt werden. Daraus folgte das Projekt ‚Solarthermie-Anlage Mayerhoferwiese‘. Im September 2017 wurden bei einer Informationsveranstaltung für die Bürger im Stadtsaal Mürzzuschlag das Projekt von SOLID und den Stadtwerken Mürzzuschlag vorgestellt und alle Fragen der Bürger beantwortet. Die Solaranlage wird vom nationalen Klimafonds und der Region Steiermark finanziert.Die ‚e5-Gemeinde‘ Mürzzuschlag nutzt schon seit 35 Jahren Fernwärme und Erneuerbare Energien. Das neue Solarfeld ist eine langfristige Investition und basiert auf der unbegrenzten Verfügbarkeit der Sonne und erzeugt keine CO2-Emissionen. Die Wartungs- und Betriebskosten sind niedrig und der Beitrag zu einer nachhaltigen Wärmeerzeugung ist groß. Das e5-Programm unterstützt österreichische Kommunen, ihre Energie- und Klimaschutzpolitik zu erneuern, Energie einzusparen und damit Kosten zu sparen sowie erneuerbare Energien intensiver zu nutzen. Das Engagement jeder einzelnen Gemeinde ist ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz in Österreich, Europa und der Welt. Gemeinden wie Mürzzuschlag bilden damit die Grundlage für eine globale Energiewende.

Fernwärme und Solarthermie finden zusammen

2018-06-11T13:58:09+02:00Oct 20th, 2017|

Statusworkshop beim Dresdener Fernwärmekolloquium als Meilenstein.

Die Solarthermie ist als CO2-freie Erzeugungsoption inzwischen in der Fernwärmebranche angekommen. Dies zeigte der Statusworkshop ‘Solarthermie in der Fernwärme’, zu dem das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie am Rande des Dresdener Fernwärmesymposiums im September eingeladen hatte. 200 Teilnehmer – darunter zwei Drittel von Wärmeversorgern – erlebten, was der Geschäftsführer des Effizienzverbandes AGFW, Werner Lutsch, für die Fernwärmebranche so auf den Punkt brachte: ‘Wir haben früher noch gewisse Berührungsängste gehabt, aber mittlerweile sind wir darüber hinweg.’

Das dürfte nicht zuletzt am Impuls der EU-Kommission liegen, die Jahr für Jahr eine 1-prozentige Erhöhung des regenerativen Anteils an der Wärme- und Kälteversorgung im Entwurf ihres Energiepaketes fordert. Das Interesse von deutschen Fernwärmebetreibern ist aber auch einfach deshalb gewachsen, weil die Betriebsdaten der neuesten solaren Wärmenetze nun auch in Deutschland zeigen, dass Solaranlagen die Wirtschaftlichkeit der Fernwärmeversorgung nicht mehr per se belasten, sondern deutlich verbessern können. Die vor Jahresfrist eingeweihte Anlage der Stadtwerke Senftenberg mit ihrer 8300 m2 großen Kollektorfläche und einer Leistung von bis zu 5 MW hat hier Maßstäbe gesetzt.

Die Investitionsentscheidung für die solare Erzeugungsoption sei aus rein wirtschaftlichen Gründen gefallen, betonen die Senftenberger Stadtwerke. Im ersten vollen Betriebsjahr lieferte die Anlage mehr als den erwarteten Ertrag von 4 Gigawattstunden an das Fernwärmenetz. Die CPC-Vakuumröhren-Kollektoren speisten dabei zumeist in den Vorlauf ein. Für Betreiber klassischer Fernwärmenetze ist das ein Argument.

Auch die ebenfalls vor gut einem Jahr installierte Flachkollektoranlage im Chemnitzer Stadtteil Brühl, die in ein separates LowEx-Netz einspeist, findet in der Branche besonderes Interesse, wie die rege Teilnahme an einer Exkursion am Folgetag des Kolloquiums bewies. Beide Anlagen, Senftenberg und Chemnitz, werden auch deshalb aufmerksam beobachtet, weil sie für verschiedene Konzepte eines Frostschutzes ohne Glycol stehen.

Der nächste Quantensprung für die solare Fernwärmeversorgung in Deutschland kündigt sich in der brandenburgischen Stadt Hennigsdorf an. Die dortigen Stadtwerke wollen die Fernwärmeversorgung der Industriestadt mit 26 000 Einwohnern innerhalb der nächsten Jahre klimaneutral machen. Neben einem vorhandenen Biomasse-Heizwerk und 30 Prozent bislang ungenutzter Abwärme aus dem örtlichen Elektrostahlwerk sollen unter anderem zwei Solarthermieanlagen mit 3000 m² und 17 000m² ihren Beitrag liefern. Die Drehscheibe für alles bildet ein 22 000m³ Wasser fassender multivalenter Wärmespeicher, der mit einer neuartigen schwimmenden Abdeckung ausgestattet sein soll.

Beeindruckt von solchen Aussichten zeigte sich in Dresden der Vertreter des gastgebenden Bundeswirtschaftsministeriums, Unterabteilungsleiter Dr. Frank Heidrich. Sein Fazit: ‘Fernwärme und Solarthermie – hier kommt zusammen, was zusammen gehört.’

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